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Hotel Quisisana Palace***** • Marianskolazenska 298/3, 36001. Karlovy Vary (Czech Republic) • Tel.: 00420 357 079 110 • Email
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Kurze Geschichte über das Gebäude Quisisana in Karlovy Vary

Gehen wir durch die Karlsbader Promenade an dem Fluss Teplá (deutsch Tepl) entlang spazieren und bis zum Grandhotel Pupp gelangen, so werden wir auf den ersten Blick durch die reiche durch Loggien nach italienischer Art gegliederte Fassade des merkwürdigen Gebäudes vom Palast Quisisana gefesselt, welches aus der Zeit des „goldenen Alters“ von Karlsbad stammt. Für die damalige Zeit war dies ein grandioses Gebäude – das erste seiner Art in Karlsbad. Gebaut wurde es in den Zeiten, wo hinter dem Fluss Teplá bereits die vierte Pupp-Generation herrschte. Ihre Führungspersönlichkeit, Anton Heinrich Vinzenz Pupp (5.4.1841 – 7.10.1907), besaß eine Konditorei im Böhmischen Saal, die Bäckerei im Haus Königin von England auf der Promenade Stará louka (Alte Wiese) und zwei weitere Geschäfte auf dem Marktplatz. Er war ein erfolgreicher Unternehmer und stammte aus einer reichen Familie. Klugerweise heiratete er Maria Katharina Mattoni (20.8.1843 – 12.12.1900), ein energisches Mädchen mit großer Heiratsmitgift und die Schwester von Heinrich Mattoni, welcher den Ruhm von Lázně Kyselka (deutsch Bad Sauerbrunn) geschaffen hatte. Dadurch wurden zwei große Ver mögen der reichsten Familien Karlsbads verbunden.

Gerade für seine Frau Maria Mattoni ließ er in den Jahren 1887-1888 den Palast Quisisana erbauen, und zwar an Stelle einer Naturfelsterrasse, welche die letzte freie Bauparzelle in der attraktiven Marienbader Straße darstellte. Im Archiv ist ein Bericht darüber erhalten geblieben, dass es beim Brechen des Felsens und einer Sicherung der Stützwand an der Baustelle am 27. März 1888 zu einer Tragödie kam. Der fallende Felsen sollte einige Leute unter sich begraben haben. Ende Oktober 1888 wurde der Rohbau beendet.

Wer das Projekt erarbeitet hatte, ist nicht bekannt. Es ist bisher nicht gelungen, in den Archiven Pläne des Hauses zu finden, gemäß deren sich der Architekt sowie der Baumeister zuverlässig ermitteln ließen.

In Betracht kommt Alfred Bayer, der tüchtigste Karlsbader Architekt seiner Zeit, der seine Erfahrungen bei der Firma Fellner und Helmer in Wien gesammelt hatte, aber auch Karl Haybäck, ein Wiener Architekt und Schüler des Professors Hansen, der sich vor allem für Heinrich Mattoni, den König von Mineralwasser, engagierte, oder die Wiener Baumeister Příhoda und Němeček, die im Gegenteil für die Familie Pupp arbeiteten. An dem Neubau wurden seit November 1888 die Innenarbeiten fortgesetzt. Im Laufe des folgenden Winters wurden die Hausinnenräume aller Zimmer und Treppenhäuser mit reicher Stuckverzierung ergänzt, anschließend wurden alle Wohnräume des großen Objektes tapeziert. Nur das große, breite Treppenhaus und die Hausflure mit der Eingangsvorhalle und die Loggien wurden weiß und golden gestrichen. In allen Stockwerke befanden sich große Spiegel in mit Gold verzierten Rahmen. Mehrteilige Fenster zur Stützwand hatten reiche Ätzdrucke mit Pflanzenmotiven und die verglasten Wohnungstüren geätzte und eingeschliffene Glasscheiben.

Im Frühling 1889 wurde der Palast mit luxuriösen Möbeln eingerichtet. Für die Eröffnung des Neubaus traf sich die ganze verästelte Pupp- und Mattoni-Familie. Dieses prachtvolle Gebäude diente nicht nur als Familiensitz von Anton Pupp, sondern auch zur Unterkunft ehrenhafter Gäste. Im Jahr 1890 gründete das Ehepaar Pupp – vermutlich anlässlich der Unterkunft eines bedeutenden Gastes, nämlich eines Sultans aus Soho – ein Gedenkbuch, in welches die Besucher ihre Eindrücke von der Unterkunft sowie Danksagungen an die Gastgeber in vielen verschiedenen Sprachen eintrugen. Der erste Eintrag in der Chronik ist in der arabischen Sprache, glücklicherweise jedoch mit der deutschen Übersetzung, so dass ein brünstiges Gebet des Sultans nach mehr als 100 Jahren überliefert worden ist:

Oh, möge der Gott am Himmel mein Gebet erhören: Ich, Dein Sklave, Gott, welcher dies geschrieben hat, wünsche dem Herrn und der Frau Pupp, die dieses Haus erbaut haben, viel Glück, Segnung und Gesundheit, dass der Gott sie in ihrem festen Glauben tags und nachts beschützt und ihnen sowie ihren Kindern all ihre Wohltaten vergoldet."

Die Bedeutung des italienischen Wortes Quisisana ist wörtlich Hier wird geheilt…., was bei der Pupp-Familie wirklich der Fall war. Im Frühling 1890 gründete Anton Pupp zusammen mit seinen Brüdern Julius und Heinrich eine Hotelgesellschaft, wobei Anton Pupp der erste Präsident dieser Aktiengesellschaft wurde.

Am 23. und 24. November 1890 gab es auf dem Fluss Teplá eine große Überschwemmung, welche den Besitz der Pupps erheblich beschädigte, nämlich den Böhmischen und Sächsischen Saal, die Goldene Harfe und andere Hotelobjekte. Auch die Kellerräume und das Erdgeschoss des Neubaus von Quisisana wurden mit Wasser überschwemmt. Dennoch waren die Spuren der Schäden nach Überschwemmung in der nächsten Kursaison verschwunden.

Die Gewinne der neuen Aktiengesellschaft Pupp waren so hoch, dass die Hotelgesellschaft bald nach der Überschwemmung wieder Gewinn bringend wurde. Im Jahre 1892 wurde der Böhmische Saal abgebaut und in den folgenden zwei Jahren das Grandhotel PUPP nach dem Projekt der Wiener Architekten Příhoda und Němeček allmählich umgebaut. Die Kosten beliefen sich auf einige Millionen österreichische Kronen. Anton Pupp lebte in Quisisana und blickte aus den Fenstern auf das Hotelimperium der Pupps bis zu seinem Tode herab. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Quisisana Leo Pupp (dem Neffen von Anton Pupp und letzten Hotelbesitzer aus der PuppFamilie) und seiner Frau Emilie, geboren Kiffl (Tochter des Besitzers des Posthofs), und diente auch
als Kurpension. Untergebracht wurden hier eine Reihe von Kurpatienten aus verschiedensten Ländern, z. B. Deutsche, Österreicher, Engländer, Amerikaner, Polen, Russen u. a. Die beste Saison war am Ende der 20er Jahre. Zu der Zeit erfolgte der Umbau des 4. Stockwerks; es wurden Mansarden abgebaut und anstelle von ihnen eine andere Loggia mit einem wunderschönen Ausblick realisiert.

Die neu errichteten Gastwirtzimmer verfügten bereits über getrennte mit Dach-Lichtschächten beleuchtete Badezimmer. In dem Haus wurde Zentralheizung eingeführt, der verzierte Kachelofen wurde abgerissen und die Loggia im Erdgeschoss aus praktischen Gründen verglast. Die Bauarbeiten wurden damals von den Karlsbader Baumeistern Kubiček und Baier geleitet und realisiert. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Besucherzahl aufgrund der Weltwirtschaftskrise niedriger, wobei sie am Ende der 30er durch die nationale Spannung sowie den allmählichen Einstieg der Henlein-Bewegung wesentlich sank. Eine große Auswirkung hatte auch die Einschränkung der Geldausfuhr für deutsche Besucher aus dem Reich auf 1000 RM pro Person, was für die Deckung des Kuraufenthaltes nicht ausreichend war. Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Großdeutschland sank die Besucherzahl dann auch weiterhin. Trotzdem diente Quisisana bis zum September 1943 als ein Kurhaus, bevor es das traurige Schicksal wie auch viele andere Karlsbader Häuser erleben musste, als aufgrund massiver Bombardierung Berlins verletzte Soldaten aus dem Berliner Krankenhaus Charité hierher versetzt wurden. Noch im Juni 1945 wurden hier 45 Patienten behandelt, davon waren 22 schwer verletzt; insgesamt acht  Schwestern kümmerten sich um sie.

Im September 1945 wurde Quisisana der Besitzerin Emilie Pupp und ihren Töchtern Else und Doris gemäß den Beneš-Dekreten konfisziert. Als Nationalverwalter wurde von der Bezirksverwaltungskommission Otakar Kadlečka ernannt. Bevor dieser aber in das Haus einziehen und es als ein Hotel betreiben konnte, wurde das Gebäude ebenso wie viele andere Häuser von der Roten Armee okkupiert. Quisisana reihte sich somit in die Gruppe der attraktivsten Häuser Karlsbads ein, in denen die russischen Generäle und Offiziere untergebracht werden sollten (es handelte sich um die Hotels Imperial, Richmond, Pupp, weiter dann die Gebäude Neapol, Florencie, Regina, Sofie, Quirinal und die Villa Margareta). Laut Aufzeichnungen wurde Quisisana bereits etwa im Herbst 1947 von den Russen verlassen. Der Zustand des Gebäudes war damals ziemlich schlecht: die Inneneinrichtung war beschädigt, die Fenster und Böden waren kaputt und das Haus musste gründlich desinfiziert werden. Im April 1948 wurde das Gebäude dann in die so genannte Kollektive Nationalverwaltung der Hotel- und Unterkunftseinrichtungen in Karlsbad eingereiht. Nach deren Erlöschen ging es in die Verwaltung der Tschechoslowakischen Hotels über, von woher es zuallerletzt ausgereiht und ab dem 1. Januar 1950 in den Wirkungsbereich des Gesundheitsministeriums eingereiht wurde. Zu einem bestimmten Zeitpunkt gehörte es sogar unter die Militärische Unterkunftsverwaltung der Tschechoslowakischen Volksarmee, wobei hier Offiziere untergebracht waren, die zu der Zeit in der Armee-Erholungseinrichtung Moskva (dem ehemaligen Grandhotel PUPP) „wirtschafteten“, welche auf Anordnung des unselig bekannten Ministers und Generals A. Čepička errichtet wurde. Zu Weihnachten 1951 waren die Bewohner des Hauses Quisisana Zeugen eines dramatischen Ereignisses: der Stolz der Stadt, das Grandhotel Pupp, befand sich in Flammen. Es wurden in Quisisana verletzte Erholungssuchende und Feuerwehrmänner gebracht, die beim Feuerlöschen mit dem dicken Qualm fast vergiftet wurden. Ende 1960 ließen dann die andauernden Änderungen der Verwalter endlich nach, und das Haus wurde endgültig auf den Städtischen Nationalausschuss Karlovy Vary und den Betrieb für die Wohnungswirtschaft der Stadt Karlovy Vary übertragen. In Quisisana zogen gewöhnliche Mieter ein, für die hier Küchen und Badezimmer errichtet wurden. In den Räumen, die bisher nicht geheizt wurden, wurden Gasheizkörper eingebaut.

Nach 1989 verblieb das Gebäude im Besitz der Stadt. Auch zu der Zeit wurden keine Wartungen oder Reparaturen durchgeführt, so dass der Zustand des Hauses immerzu schlechter wurde. Aufgrund der statischen Begutachtung aus dem Jahr 2001, die den Zustand des Gebäudes als insgesamt desolat qualifiziert hatte, wurden alle Mieter allmählich ausquartiert. Die Stadt Karlovy Vary beschloss, das Problem der Rettung des Hauses auf ihre Art und Weise zu lösen und das Haus an denjenigen Interessenten zu verkaufen, der bei der Versteigerung den höchsten Preis anbieten würde. Bei einer Versteigerung im Dezember 2005 wurde das Gebäude für 77 Millionen Tschechische Kronen von der Gesellschaft Exklusive Appartements gekauft, welche im Jahre 2007 mit dessen Wiederaufbau begann. Am 14.10.2010 erfolgte ein Bauabnahmeverfahren, bei dem bestätigt wurde, dass das Haus Quisisana unter der Bezeichnung Quisisana Palace zum Betreiben eines Hotels mit eigenem Restaurant und eigenen Wellness-Dienstleistungen geeignet ist. Heutzutage wird dieses Fünfsterne-Boutique-Hotel als einer der Karlsbader Juwelen durch unabhängige Rezensionen von Gästen als eines der besten Hotels in der ganzen Tschechischen Republik bewertet.

In Karlovy Vary, den 25.02.2014, erarbeitet und angepasst von: Alexander Mikoláš / Sylva Brouková Erarbeitet unter Verwendung von Materialien der Historiker der Stadt Karlovy Vary: Milan Augustin, Stanislav Burachovič, Karel Nejdl, Lubomír Zeman. Fotodokumentation aus dem Archiv von Jiří Böhm sowie aufgrund eigener Archivmaterialien. 

Café-Restaurant Quisisana
Café-Restaurant Quisisana Wellness

Café-Restaurant Quisisana

Moderne böhmische Küche mit saisonalen Spezialitäten.

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